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Erstes Winterfest 1909


Vom ersten Benneckensteiner Winterfest 1909

Ein Bericht von Elly Reichelt aus der „Heimatzeitschrift“ Wernigerode 1958

Als junge zwanzigjährige Lehrerin bekam ich meine erste Stelle 1909 an der damaligen Höheren Privatschule zu Benneckenstein im Hochharz. Voller Begeisterung habe ich 1909 das erste Benneckensteiner Winterfest miterlebt. Nach meinen Aufzeichnungen gebe ich Ihnen folgenden Tatsachenbericht.

Am Sonnabend, 13. Februar, waren bei Konditor Werner an der Ecke, alle gestifteten Preise mit den Namen der Spender ausgestellt, darunter eine dicke Schlackwurst mit blauem Band, gestiftet von Fleischermeister Mauß und bestimm als Trostpreis für den langsamsten Läufer im Langstreckenlauf, eine Flasche Champagner von Herrn Freist aus Braunlage für den schlechtesten Rodler, ein paar Gamaschen, ein Portomonaie usw. Fritze Röger erzählte nachher: Ein piekfeines Portomonaie für 4,00 Mark. Ich bin extra runter gefahren nach Nordhausen, um das zu kaufen.“ Er wurde geuzt. „Na Fritze, da musstest Du 100 Mark reinstecken, dann wäre es fein gewesen.“ Der Skiverein hat ein Kaffeeservice aus Porzellan in changierender Farbe gestiftet, außerdem eine Damenhandtasche.

Am Sonntag, 14. Februar, war herrliches, ausgesucht schönes Winterwetter mit Raureifbildung. Morgens nach 9.30 Uhr wanderte ich durch die Stadt, hinter mir her meine Schneeschuhe ziehend. Unterwegs traf ich Konditor Werner, der sich den Tag vorher seine Ski b´versucht hatte und überhaupt nicht laufen konnte, sich aber am Wettbewerb beteiligen wollte. Er soll erklärt haben, die Schlackwurst komme nicht aus seinem Laden heraus, die wolle er da hängen lassen und sich jeden Tag ein Stück davon abschneiden. Die Schlackwurst wolle er gewinnen.

Vor dem Waldhaus war reges Leben und Treiben. Ein wahrer Wald von Schneeschuhen und dazu gehörigen Stöcken stand im Schnee vor der schenke. Drinnen wurden die Läufer ausgelost, draußen standen alle Teilnehmer mit aufgeregten Gesichtern und glänzenden Augen. Die Sonne beschien die schöne, weite Schneefläche, alles glitzerte und funkelte.

Als wir am Start unsere Skier anschnallten, kam meine Mutter. Sie war an der Stelle vorbeigekommen, wo die Jungen und Männer einen steilen Abhang in schräger Richtung erklimmen sollten.“ Na sone Krepeli’e! Gah doch hier herum, dat gaht ja velle besser“ schimpfte einer. „Junge, dat mot sau sein.“ Eine große Menschenmenge hatte sich dort angesammelt. Nicht alle Einwohner von Benneckenstein waren erfreut über das erste Wintersportfest. Das ist deutlich zu erkennen an einem Gespräch, das durch Zufall in der Oberstadt vor Beginn der Wettkämpfe gehört wurde. Aus einem der letzten kleinen Häuschen guckten ein Mann und dessen Frau. Der Mann sagte: „Immer kometse, immer komet se noch. Achtundachtzigmal möten sei seck alle de Näsen kaputt bräken.“ Die Frau erwiderte:“Aber Mann, dat’s doch schlimm genug, wenn dat kommt. Segg dat man nicht erst noch!“ Der Mann schimpfte: "Recht is es, recht is es. Wat bruken dohen tau gahn!"  Keine Dame durfte in Skihosen erscheinen. Das galt als sehr unschicklich. Bei einem Sturz waren die weiten Röcke meistens voll Schnee.

Die Strecke der Männer in der Altersklasse, zu der Konditor Werner gehörte, betrug 7,5 km. Er hatte es fertig gebracht, erst nach 2 Stunden, 13 Minuten, 43 Sekunden am Ziel zu erscheinen. Die ersehnte Schlackwurst konnte kein anderer Läufer als Preis erhalten. Der schnellste Läufer hatte die 7,5 km in 53 Minuten, 6 Sekunden zurückgelegt. Nach dem Lauf versammelten sich alle Teilnehmer am Ziel. Viele waren von der ungewohnten Anstrengung heiß.

Am Abend war Preisverteilung und Ball im Gasthaus zum Goldenen Stern. Zuerst hielt Herr Mauß eine Rede auf die Damen, sogar eine ganz schneidige. Sie hätten sich vor allem gefreut, dass sich auch Damen am Winterfest beteiligt hätten, dass die jungen Mädchen jetzt aufhörten, immer bei der Mutter zu hause zu bleiben. Nur wenn die Frauen zu ihrer Gesundheit leben würden, könnte der Staat mit einer starken Nachkommenschaft rechnen. Danach prieß der Bürgermeister den Wintersportverein und ließ die liebe Vaterstadt Benneckenstein hochleben. Zuletzt betrat ein urwüchsiger Benneckensteiner die Bühne und hielt eine Ansprache, die voll war von unbewusster Komik. „Den Damen und allen ist gedacht und ein Hoch auf ihnen ausgebracht, bloß auf die Herren vom Vorstand noch nicht. Die dirigierten Herren, die so viel und alles so schön angerichtet haben, seinen vielmals bedankt.



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c/o Michael Finzel
Nordhäuser Str. 15
38877 Benneckenstein (Harz)

Tel.: 03 94 57 / 25 91
 
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  Dienstags und Freitags von 16:00 - 17:30 Uhr

Training findet je nach Wetterlage am Bungalow am Waldschlößchen - Cross oder Ski, an der "alten Eiche" - Skiroller/ Inliner oder bei Regenwetter in der Turnhalle statt.

 
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